Zum Inhalt springen

Hässlich

Call for Papers - 95. Kunsthistorischer Studierendenkongress

Köln, die hässliche Stadt mit Charme?

Dieser Ruf eilt der Stadt oft voraus, doch was genau meint ‚hässlich’ an dieser Stelle? So heißt es am Ende doch auch „Kölle, Du bes e Jeföhl!“ und die emotionale Verbindung der Kölner_innen zu ihren Veedel zeigt beispielhaft die durchaus positive Bewertung von vermeintlich Hässlichem auf.

Wann ist etwas hässlich? Wann ist etwas schön? Woher kommen unsere Bewertungen für Kunst? Nach welchen Kategorien kann man Hässlichkeit ermitteln? Kann nicht auch etwas Hässliches schön sein? Gibt es nur Schönheit, wenn es auch Hässlichkeit gibt? Diesen und vielen weiteren Fragen möchten wir uns während des 95. Kunsthistorischen Studierendenkongresses unter dem Thema Hässlich. vom 15.-18.11.2018 in Köln widmen.

Das Hässliche, das Abgestoßene, das Ausgeschlossene, das Widerliche sind Teil unserer Lebenswelt und ebenso Teil der Kunst. Doch eine Beschäftigung damit wurde und wird oftmals zu Gunsten des Schönen und der Norm zurückgestellt. Ist die Darstellung einer Madonna schöner als die eines Pestkranken? Ist ein Trinker in einem Genrebild hässlicher als ein Herrscher in einem idealisierten Portrait?

Die Kunstkritik und der Kunstmarkt als wirkmächtiges Instrument - vom Salon in Paris bis zu den internationalen Kunstmessen und Biennalen heute – bewerten Kunst bisweilen nach eigenen Kategorien und drücken über die Aufnahme ausgewählter Kunstwerke aus, ob sie gelungen sind oder nicht. Schaut man sich jedoch neuste Forschungen an, scheint es einen Trend zu geben, sich mit Anomalien und Kuriositas zu beschäftigen, die vermeintlich Hässliches in den Fokus stellen. So wenden sich auch heute einige Künstler_innen bewusst dem Hässlichen zu. Ob Müllskulpturen von Peter Buggenhout oder konservierte Tierkadaver von Damien Hirst, hier wird das Hässliche Teil der Botschaft und Teil einer möglichen Kritik. Tabus werden gebrochen und der_die Betrachter_in soll möglicherweise gar schockiert werden.

Doch nicht nur in Ausstellungen muss man die Bewertungskriterien hinterfragen, auch in der Denkmalpflege gilt es herauszustellen, wann etwas als erhaltenswert gilt. Wir möchten Hässlichkeit und die damit einhergehende Kategorisierung sowie Bewertung von Kunst daher neu betrachten, die Kategorien weiter fassen, den Blick schärfen und mit euch diskutieren. Kritisch soll es vor allem darum gehen, gängige Bewertungsmuster und den vorherrschenden Kanon in der Kunstgeschichte zu hinterfragen.

Für die Studierenden der Kunstgeschichte und der Kunstwissenschaft soll der KSK ein offenes Forum sein, um ihre Ideen, Arbeiten und Forschungen vorzustellen, kritisch miteinander zu diskutieren und neue Netzwerke zu knüpfen. Auch die hochschulpolitischen Themen, die uns alle jetzt sowie im weiteren Berufsleben noch betreffen werden, sollen einen Raum haben, um gemeinsam besprochen zu werden. Teilnehmen können alle Studierenden (Bachelor und Master), Doktorand_innen und Volontär_innen der Kunstwissenschaften. Die Teilnahme von Bachelorstudierenden ist ausdrücklich erwünscht! Wir freuen uns nicht nur auf 20-minütige Tagungsvorträge, sondern auch auf Ideen zu interaktiven Workshops oder auf andere, kreative Formate. Bewerben kannst du dich bis zum 15.09.2018 mit einem Exposé (max. eine Seite) und deinem Lebenslauf an ksk-koeln@mail.de.

Das Organisationskomitee kann anteilig für deine Reisekosten sowie deinen Aufenthalt in Köln aufkommen.